Krafts Wahlkampfinszenierung

Hier wird ein wichtiges Thema taktisch verpulvert.

Die aktuelle Debatte um Hannelore Kraft wurde oft falsch aufgegriffen. Die ausführlichen Aussagen von ihr zu den Angeboten gemeinnütziger Arbeit für Langzeitarbeitslose sind als Anstoß für eine thematische Diskusion sicherlich nicht falsch. Hier, wie teilweise geschehen, eine geforderte Art der Zwangsarbeit für Hartz4-Empfänger zu sehen ist populistisch und falsch.

Man muss sich allerdings fragen, wieso Frau Kraft im Wahlkampf ein solch sensibles Thema im ersten Interview so extrem verkürzt dargestellt hat, so dass es zu einem Missverständnis kommen musste. Man könnte meinen, dass die SPD hier versucht ihre Fühler in die CDU-Wählerschaften auszuschicken um dann zwei Tage später so zu tun, als ob man alles so nicht gemeint hätte und damit die eigene SPD-Wählerschaft zu beruhigen und zu sichern.

Es wird auf jeden Fall klar, dass es sich hier um eine pure Wahlkampfaktion gehandelt hat. Als stellv. Bundesvorsitzende der SPD hätte Frau Kraft dieses Thema schon lange angehen können. Dass sie jetzt im Wahlkampf hier eine Finte inszeniert, nur um ihre Bekanntheit zu erhöhen, ist schade. Denn das Thema ist ernst und hat die nun entstandene Debatte, an dem Problem vorbei, nicht verdient.

Simon Gremmler


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